Mit dem Schreiben von Geschichten und Gedichten habe ich, beseelt von der Mission,die Welt mit großen literarischen Werken zu befruchten, schon in den frühen 90ern angefangen. Die Produktion dieser Jahre ist zum einen Teil verschollen, zum anderen Teil harrt sie auf verschiedenen Dachböden auf ihre Wiederentdeckung.

 

Mit Beginn des Studiums wandte ich mich der Wissenschaft zu. Ich verfasste viel zu lange Hausarbeiten und eine Dissertation; ich begann - von Rom aus - mit dem Schreiben von Stadtgeschichten. Und über diesen Umweg der wahren Geschichten fand ich zu den erfundenen  zurück: 2007 wurde ich nach einem Vortrag über die Geschichte der Stadt Münster vom Verleger Wolfgang Hölker angesprochen: Sein Coppenrath-Verlag plante einen Jugendroman zum Thema Varusschlacht und suchte einen Autor. Ob ich auch Romane schreiben könne? Ich bejahte, weil mich die Vorstellung reizte. So entstand Signum im Jahr 2009. Und weil Signum sehr erfolgreich war und das Schreiben sehr viel Spaß gemacht hatte, folgten 2012 Schattenspieler und 2014 Seitenwechsel.

 

Nach dem Erscheinen von Seitenwechsel wandte ich mich einem Stoff zu, der mir seit den Zeiten meiner Doktorarbeit vertraut war und im Hinterstübchen meines Kopfes auf seine literarische Verarbeitung zuerst wartete und dann drängte: das Italien der Hochrenaissance und seine Erschütterung durch die französische Invasion im Jahr 1494. Es dauerte vier Jahre und bedurfte einer ganzen Reihe von Überarbeitungen, bis die ersten Ideen für diese Geschichte zu einem Buch ausgewachsen waren.  Im März 2018 sagte der Rowohlt-Verlag zu, das Buch zu machen. Es wird Pandolfo heißen und im Frühling 2019 auf den Markt kommen. Dass es soweit kommen konnte, ist auch das Verdienst der Agentur Hille & Jung, die sich über die Vermarktungsfragen hinaus auf sehr kompetente und engagierte Weise auch mit inhaltlichen Fragen auseinandergesetzt hat.  

 

Inzwischen drängt schon die  nächste Geschichte an die Oberfläche. Weil ich von Italien nicht lassen kann, wird das nächste Romanprojekt die Leser erneut über die Alpen führen, ins Rom der 1570er Jahre, wo die Libertinage der Renaissance und die Prüderie der Gegenreformation zum Endkampf angetreten sind. Dabei werden auch diesmal wieder ein paar Köpfe rollen.